verein chinesischer gastronomie in deutschland e v

Chinesische Küche

 

Reine Geschmacksache?

Frühlingsrolle und Ente süß-sauer: Das kommt dem Deutschen chinesisch vor. Die westliche Vorstellung von asiatischer Küchenfertigkeit beschränkt sich sehr oft auf den schmalen Bereich zwischen Glückskeks, Glutamat und gebratenen Nudeln. Dabei: In China ist die tägliche Speise mehr als ein profaner Sattmacher; hier ist der Mensch, was er isst.

Essen hält nicht nur Leib und Seele zusammen: mit klug dosierter kulinarischer Vielfalt schafft die chinesische Esskultur ein harmonisches Gleichgewicht der Kräfte. Ein Balanceakt am Herd, gemixt aus frischen Zutaten, aus traditionsreichen Rezepten und einem guten Schuss moderner Interpretation. Das kitzelt den Gaumen, bringt Gesundheit auf den Tisch und Lebensenergien in den Fluss.

Wärmende Speisen, kühlende Häppchen, anregende Gewürze; bitter, sauer, salzig, scharf und süß: Chinesisches Essen ist Geschmacksache – und darüber hinaus die Jahrhunderte alte Kunst, mit gezielt eingesetzten (Lebens-) Mitteln Wohlbefinden zu schaffen.

Kulinarischer Reichtum im Reich der Mitte

Dazu schöpft die chinesische Küche aus den unübertrefflich vielfältigen Ressourcen der Regionen. In den 23 Provinzen haben sich acht regionaltypische Küchen etabliert.

Anhui, mit ursprünglichen Zutaten aus den wilden Bergen des Ostens, wo schon im 14. Jahrhundert mit Schweinefleisch gefülltes Tofu ein kaiserliches Mahl war.

Fujian, die wenig bekannte Meeresküche, in der zum Beispiel zwei Tage lang bis zu 30 Zutaten von Jakobsmuschel bis zur Seegurke zu so exotischen Gerichten wie „Fo Tiao Qiang“ (übersetzt: „Buddha springt über die Mauer“) eingekocht werden. Aus Hunan, wo das Essen immer auch eine scharfe Sache ist, kommen die optischen Küchenkünstler. Ganz besonders hier isst auch das Auge mit, wenn dekorativ geschnitzte Möhren als Schmetterling über dem Teller schweben. Leicht, schmackhaft und klar definiert sind die Zutaten für die Jiangsu-Küche, aus dem gelben Fluss gefischt oder vom fruchtbaren Boden der Provinz geerntet. Die hochwertige Kanton-Küche, gehaltvoll und dezent gewürzt, punktet in den meisten China-Restaurants. Hier gibt es raffinierte Raritäten wie das Taiye Huhn – gekocht und über Schwarzteeblättern geröstet… Knusprig, scharf und auf den Punkt: Zhejiang zeichnet der Stilmix aus Wok und Pfanne aus. 3000 Jahre alt und kein bisschen an Geschmack verloren: In Shandong, der Küche des Kaiserhofes, kommen Fisch und Meeresfrüchte, Knoblauch und Getreide zur Geltung. Gepfefferte Rezepte bietet die Sichuan-Küche, die Provinz gilt als Reiskammer des Riesenreiches China und gibt dem Pfeffer seinen Namen: Hier wird pikant und aromatisch gegessen – mit viel Fleisch auf der Speisekarte.

Tischlein deck dich!

In China zählt nicht nur was, sondern wie es auf den Tisch kommt: Leicht vor schwer, salzig vor süß, die Suppe gibt es zum Abschluss. Essen ist ein geselliges Erlebnis, ein gesellschaftliches Ereignis – und es wird üppig zelebriert. Der runde Tisch symbolisiert Ausgewogenheit; schönes Porzellan adelt raffinierte Speisen wie Dim Sum, die gedämpften und frittierten Häppchen der kantonesischen Küche, wie lackierten Schweinenacken und Gambas auf einem Bett aus geröstetem Chili und Erdnüssen.

Übrigens: Tischmanieren buchstabiert man hier anders. Sie dürfen schlürfen und schmatzen. Diese Geräuschkulisse gehört durchaus zum guten Ton an der Tafel. Ebenso wie Reste: Wer Teller und Schüsseln blank putzt, ist scheinbar nicht satt geworden und blamiert damit den Gastgeber.

Probieren geht über studieren

Der Chinese isst alles, was vier Beine hat – außer den Tisch. Das stimmt so nicht – zumal der Tisch traditionell rund ist. Die China-Restaurants in Deutschland und damit auch die Mitglieder des VCGD nehmen Rücksicht auf europäische Geschmacksnerven und internationalen Standard: Sie werden hier eher keinen gedämpften Steinfrosch und selten geröstete Entenzungen bekommen. Aber vielleicht lassen Sie sich einfach mal verführen zu einem delikaten Abenteuer? Lassen sich Appetit machen auf die exquisiten Spezialitäten einer stolzen Küche, die soviel mehr als nur acht Schätze zu bieten hat!

Der VCGD versteht sich als professioneller und moderner Botschafter dieser traditionsreichen Esskultur. Seine Mitglieder treten an, um Sie auf den Geschmack zu bringen: Lassen Sie sich diese China-Erfahrung auf der Zunge zergehen! Und stoßen Sie mit uns an auf unvergleichlich köstliche Erlebnisse. Der chinesische Trinkspruch heißt: „Pinyin!“ („Trockne das Glas!“)

Go To Top